Nordghana: Tamale und Larabanga

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Afrikanische Ursprünglichkeit in Nordghana

Es heißt man kann die wahren afrikanischen Wurzeln Ghanas im Norden finden, da dieser kaum von der europäischen Kultur berührt worden ist. Während der Süden von moderner Zivilisation geprägt ist, so stößt man im Norden vielerorts auf Gemeinden, an denen die Zeit vorbei gegangen zu sein scheint. Der Grund dafür liegt in der Armut der Gegend: die Kolonialisten waren an den landeseigenen Ressourcen Gold, Elfenbein, Diamanten und Holz interessiert, die der Norden nicht zu bieten hatte. So griffen die Fremdherrscher auch nicht in die Kultur ein, weshalb sich dort viel Ursprünglichkeit bewahrt hat.

Vegetation und Klima – Unterschiede zum Süden

Nordghana teilt sich in drei Verwaltungsgebiete: Northern Region, Upper West Region, Upper East Region mit den jeweiligen Hauptstädten Tamale, Wa und Bolgatanga.

Der Norden unterscheidet sich zunächst, was man auch auf den ersten Blick merken wird, auch geologisch vom Süden des Landes. In der Landschaft macht sich der Einfluss des Sahels bemerkbar: es handelt sich um eine Savanne mit viel Gras- und Baumbewuchs. Die Temperaturunterschiede sind extremer, es ist heißer und die Sonnenstrahlung ist gefährlicher. Die Trocken- und Regenzeiten verlaufen auch nicht parallel zu denen des Südens und die Luftfeuchtigkeit ist tendenziell niedriger. Die Trockensavanne bietet Vorraussetzungen für Pflanzen, die im Süden nicht wachsen, zum Beispiel der Shea Butter Baum und der Kolanussbaum.

Die Menschen im Norden – andere Ethnien, andere Sprachen

Die Bevölkerungsdicht ist im Norden viel dünner als im entwickelteren Süden. Die meisten Menschen gehören hier zur Gruppe der Mole-Dagbani, die sich wiederum in viele Untergruppen gliedert. Die im Norden am weitesten verbreitete Sprache ist Dagbani (mit einigen Dialekten), die sich vom Klang deutlich von den Akan-Sprachen unterscheidet.

Als Religion herrscht in den nördlichen Gebieten der Islam vor. Durch Einwanderer und arabische Händler gab es hier mehr muslimischen Einfluss. Der Islam ist in Nordghana liberal und tolerant, es ist nicht üblich, dass sich Frauen verschleiern, zumindest sieht man es eher selten.

Tamale – Fahrradstadt mit Charme

In den meisten Großstädten Ghanas ist es nahezu lebensmüde mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. So nicht in Tamale, die Verkehrslage ist hier wesentlich überschaubarer und man sieht viele Ghanaer auf Drahteseln fahren. Tamale ist nicht nur wirtschaftlich wichtig für den Norden, sondern auch ein Verkehrsknotenpunkt. Die Anbindung zum Süden wird durch die nahen Volta-Hafenstädte Buipe und Yapei erleichtert.

Die Sehenswürdigkeiten in Tamale lassen sich an einer Hand abzählen, eine Touristenstadt ist es definitiv nicht. Dennoch lohnt sich ein Besuch und es lohnt sich ein bis zwei Tage zu bleiben. Man kann sich Fahrräder mieten und so die Stadt erkunden. Für Souvenirliebhaber empfiehlt sich der Kunsthandwerkermarkt, wo es wundervolle Lederwaren, Schmuck, Körbe, Stoffe und mehr. Das Shoppen ist hier entspannender als in den überfüllten südlichen Städten, die Händler sind nicht ganz so penetrant.

Nachts ist die Stadt voller als tagsüber, viele Menschen gehen aufgrund der Hitze nicht aus dem Haus. Der Nachtmarkt bietet mit vielen Kerzen als Beleuchtung eine tolle Atmosphäre. Bars gibt es hier auch, besonders die Jungle Bar wird empfohlen, wenn man seine Spezialität, das sogenannte Hirsebier kosten möchte. Hotels und preisgünstige Gästehäuser gibt es in großer Anzahl und es ist nie nötig vorher zu reservieren, da wenig Besucher nach Tamale kommen. Mit üblichen Problemen bei den billigen Absteigen muss man rechnen: keine Wasser- und Stromversorgung, unprofessionelle Angestellte und schmutzige, stickige Zimmer.
Tamale empfiehlt sich allgemein für alle Fans der ghanaischen Küche: die Gerichte an den Straßenbars sind meist köstlich. Auch ein Freibad kann in der Stadt besucht werden und ein bisschen kühles Nass ist bei der enormen Hitze sehr angenehm.

Larabanga und die alte Moschee

Larabanga, Alte Moschee
Larabanga, Alte Moschee

Ein begehrtes Ziel nah am Mole Nationalpark, der schon vorgestellt wurde, ist die kleine muslimische Gemeinde Larabanga. Berühmt ist dieses charmante Dorf durch die Moschee, die 1421 erbaut worden ist.

Nicht-Muslime dürfen sie nicht betreten, aber schon der Außenbau aus Lehm beeindruckt, handelt es sich doch um westsudanesischen Baustil, was man nicht überall zu Gesicht bekommt. Durch Restaurationsversuche in der 70er Jahren hat man dem Bauwerk sehr geschadet, weshalb die Moschee heute auf der UNESCO-Liste für gefährdete Kulturgüter der Welt steht. Der Sohn des Imam der Gemeinde, Ibrahim Soburu, leitet seit einigen Jahren ein deutsch-ghanaisches Kinderhilfsprojekt. Er unterrichtet Mädchen, die andernfalls betteln gehen müssten und setzt sich für den Bau von Schulgebäuden ein.

Spendende Besucher sind daher gerne gesehen. Auf Anfrage organisiert Ibrahim Touren durch den Mole Park und bietet eine Vorführung traditioneller afrikanischer Tänze an. Wenn man das Projekt unterstützen will, kann man sich auch vorab auf der deutschen Homepage informieren: http://www.hilfe-larabanga.de/ In Larabanga lernt man auf wunderbare Weise alte afrikanische Kultur und das einfache Leben kennen, darum sollte es nicht ausgelassen werden, wenn man den Norden bereist. Besucher werden hier sehr herzlich aufgenommen und man wird umringt von vielen Dorfkindern, die einem das pure Leben nahe bringen. Das Geld ist hier ohne Zweifel gut angelegt und hilft der liebenswerten Gemeinde beim wirtschaftlichen Aufbau.

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