Die Geschichte Ghanas

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Die frühen Anfänge

Die Geschichte des Landes Ghana kann nicht bis ins Detail rekonstruiert werden. Bereits vor 40 000 Jahren soll es Siedlungen an der Küste gegeben haben. Damals gab es auch noch keine Grenzen im heutigen Sinne, die Geschichte umfasst daher auch Teile von angrenzenden Ländern wie Togo und Burkina Faso. Der Name Ghana geht auf das alte Königreich Gana zurück. Die Anfänge dieses großen Reiches reichen bis 600 v.Chr. zurück. Dank dem Gold- und Elfenbeinhandel war Gana überaus reich. Beendet wurde diese Blütezeit durch die einfallenden islamischen Almovariden in einer großen Schlacht im Jahr 1046. Gana brach als zentrales Reich zusammen und einzelne Völker gründeten eigene kleine Staaten, zum Beispiel die Akan (heutige größte Volksgruppe). 1235 wurde Gana vom Kaiserreich Mali besiegt.

Die Geschichte der Akan, der Bevölkerungsmehrheit ist weitestgehend im Dunkeln. Durch Wanderungen bildeten sich nach und nach verschiedene Untergruppen heraus, die sich an unterschiedlichen Orten niederließen, zum Beispiel die Fanti an der Westküste. Aus dem Osten kamen die Ewe, die ihre Wurzeln im heutigen Togo haben. Die Ga-Adangbe bevölkerten das Gebiet des heutigen Accra, sowie Teile der Ostküste. Die vielen Ethnien des Nordens werden unter der Hauptgruppe Mole-Dagbani zusammengefasst. Die einzelnen Volkgruppen entwickelten eigene Kulturen, die heute die Gesamtkultur Ghanas prägen.

Europäische Invasion

Die ersten Europäer drangen im 15. Jahrhundert vor. Zunächst handelten sie mit Gold und Elfenbein, bis um 1471 der Handel mit Menschen begann. Über drei Jahrhunderte sollte dieser die Geschichte des afrikanischen Kontinents prägen. Anfangs hatten die Portugiesen das Handelsmonopol lange inne, bis im 18. Jahrhundert einstarker Konkurrenzkampf zwischen europäischen Händlern entbrannte. In diesen Zeiten entstanden viele Stützpunkte und viele der bis heute erhaltenen Sklavenburgen. Im 19. Jahrhundert begann auch eine rege Missionstätigkeit. 1821 bekamen die Briten Ghana unter ihre Kontrolle und nannten das Land Goldküste. Von dem Zeitpunkt an kontrollierten die Briten das gesamte Land trotz einheimischer Widerstände und erhoben es zur Kronkolonie. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gründeten die Einwohner der Goldküste politische Gruppen, die zunehmend gegen die Besetzer protestierten.

Kwame Nkrumah – Held des Unabhängigkeitskampfes

Die Geschichte des unabhängigen Ghana beginnt zweifellos mit Kwame Nkrumah, dem umstrittenen Nationalheld. Er gründete 1947 die Convention People’s Party (CPP). Nach den Wahlen bildet er die erste rein ghanaische Regierung mit nur einem britischen Gouverneur als Repräsentant der englischen Krone. Die Unabhängigkeit erlangte das Land endgültig am 6. März 1957 und heißt fortan Ghana mit Accra als Regierungssitz. Ghana wird 1960 schließlich eine Republik mit Nkrumah als erster Präsident.

Schon sechs Jahre später wird er nach einem Militärputsch abgesetzt, nachdem er sich mit seiner radikalen Politik viele Feinde gemacht hatte. 1972 stirbt er im Exil. Das Mausoleum in Accra wurde ihm aufgrund seiner Verdienste für das Land und seine Unabhängigkeit errichtet. Nkrumah gab Ghana seine national Identität und gründete das Voltastaudamm-Projekt, welches das Land heute mit Strom versorgt. Außerdem trieb er die Modernisierung und Industrialisierung voran, führte die Schulpflicht ein, ließ die Infrastruktur ausbauen und gründete ein Sozial- und Gesundheitswesen. Trotz seiner Umstrittenheit gilt Nkrumah zu Recht als Vorausdenker und fähiger politischer Führer.

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